Donnerstag, 16. September 2010

Bonjour Mesdames et Messieurs,

gestern war hier Erasmusparty. Erasmusparties kann man sich ungefähr so vorstellen wie die alte Kantine (und da kann sich jetzt jeder selbst denken, wie er das findet!).
Es ist brechend voll, es läuft nur Musik, die wirklich jeder kennt, und die Menschen sind eigentlich alle sehr betrunken ; )
Allerdings sind die Getränkepreise hier echt happig. 3 Euro ein Shot. 6 Euro ein Bier. Da wird das Vortrinken essentiell. Gestern waren wir bei Caroliene und Henrik in der WG. Das sind zwei Schweden, die eine richtig richtig schöne Wohnung in der Altstadt haben. Beides sind außerdem Schweden wie aus dem Bilderbuch, insbesondere Henrik ist der blondeste Mensch, den ich kenne.
Die Schweden sind außerdem unglaublich begeistert von meinem Namen. Nicht weil er in Schweden so üblich ist, eigentlich heißt nämlich keiner so- sondern weil wirklich alle Tjorven auf Saltkrokan kennen. Allgemein Astrid Lindgren ist eine schwedische Heilige! Aber sie sprechen es anders aus, eher wie Tschorven.

Sonntag waren wir übrigens tatsächlich am Strand. Das Wetter und das Wasser waren toll, der Strand war ein bisschen zu touristisch. Hier soll es auch noch kleinere, etwas versteckte geben. Vielleicht schaffen wir es da auch noch hin. Ab morgen soll es sich aber erstmal ein bisschen abkühlen. Ansonsten ist es weiterhin schwierig zu glauben, dass es Mitte September ist.

Ich bin heute erstmal bei Lidl gewesen, was meiner Lust auf französisches Essen sehr widerspricht, aber preislich nicht anders zu machen ist. Man wird hier wirklich schnell arm. Kochen stellt auch immer einen Akt dar. Die Gemeinschaftsküche besteht aus nichts anderem als Herdplatte und Waschbecken, somit sind komplizierte Gerichte eher ausgeschlossen, oder es ist sehr sehr mühsam. Vor allem auch weil meine Kochausrüstung eher minimal ist ; )

Heute Abend gehen Aline und ich etwas mit ein paar französischen Mädels trinken. Das ist ganz schön, dann wird nur französisch gesprochen. Aber mit Alines Mitbewohnerin, Déborah, ist das meist auch so. Diese Woche habe ich das erste Mal auch in einem Unikurs etwas gesagt, ich glaube ich bin zumindest verstanden worden!
Zur Uni fahre ich jetzt immer mit meinem süßen Fahrrad (ich stelle bald ein Bild ein!). Allerdings habe ich noch ein bisschen Angst, weil man hier am besten auf der Tramstrecke fährt und ich mich davor fürchte irgendwann nochmal überfahren zu werden. Die Franzosen sind da ziemlich kaltblütig. Außerdem bin ich neulich einmal mit dem Reifen in die Schiene gekommen, und das ist eher weniger lustig.
Aber generell ist es echt praktisch,und gehört zu den Sachen, die ich vorher nicht gemacht habe: Durchschnittlich jeden Tag 12 km Fahrrad fahren!

Soweit für heute und 3 Küsse (So viel gibt man sich hier zur Begrüßung und zum Abschied, in größeren Gruppen wird das etwas anstrengend!)

1 Kommentar:

Katha hat gesagt…

Hallo Tjorven. Schön zu lesen, dass es dir offenbar gut geht. Stell dir mal vor - ich fange jetzt auch an Französisch zu lernen : ) Liebe Grüße aus MCR

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